11 Grad am 21.08.19: Das schreit nach Spaß beim Trainingsausflug

Tatsächlich, am frühen morgen des 21.08.19 waren es tatsächlich nur 11 Grad. Eigentlich wäre ja Hochsommer angesagt, aber uns ärgerten die niedrigen Temperaturen nicht, im Gegenteil. Deswegen begannen wir ab 7 Uhr mit den Huskys kleine Runden von 3,5 km zu drehen.

Ankunft nach einer Runde. Hier mit dem gepunktetem Duo: Magic und Pünktchen sowie Schlittenhundbegleithund Elin

Auf der Runde mit Indy und Ablaz legte Indy mal wieder einen ihrer legendären, aber zum Glück seltenen, von 100 auf 0 in 0 Sekunden Stopp hin. Sie überraschte mich dabei dermaßen, das ich mit dem Fahrrad nur knapp ausweichen konnte. Fast hätte es dafür Ablaz getroffen, doch dieser wich ruckartig aus, was dazu führte, dass ich das Gleichgewicht verlor, alle Hunde sich erschraken und die Leinen sich vertüdelten, bevor ich mitsamt Fahrrad auf sie fiel. Das war mein erster Sturz in diesem Jahr nach insgesamt mehreren hundert Kilometern auf dem Rad. Den Hunden ist nichts passiert. Nicht mal erschrocken haben die sich. Das Fahrrad aufgerichtet, die Leinen gerichtet und weiter ging es. Als wäre der Sturz nicht geschehen. Für diese coolness liebe ich die Alaskan Huskys.

Brauchen die Hunde während der Ausfahrt Wasser?

Das kommt auf viele verschiedene Faktoren an: Temperaturen, Trainingszustand des Hundes, Streckenlänge, Streckenbeschaffenheit und noch ein paar weitere. 

Vorher viel trinken?

Viele machen es so, dass sie ihren Hunden vorher ausreichend Wasser zur Verfügung stellen. Es wird ihnen extra schmackhaft gemacht, durch die Zugabe von z.b. Blut, Pansen, Brühe und ähnlichem. Dadurch nehmen die Hunde entsprechend mehr davon zu sich. Beachte dabei, dass die Gabe von viel Wasser ungefähr zwei Stunden vor dem Start erfolgen muss. Ansonsten hat der Hund einen sogenannten Wasserbauch. Er muss dann während des Laufens urinieren. Außerdem ist es kein angenehmes laufen, mit so einem Bauch voller Wasser. Das Urinieren unterwegs ist natürlich vor allem auf Wettkämpfen sehr problematisch. Denn selbst wenn die Hunde das im Laufen können, so werden sie doch jedes Mal ein kleines Stückchen langsamer und Bremsen dadurch den Rest des Gespanns immer ein bisschen aus. 

Wie verabreiche ich das Wasser?

Da wir hier bei uns an der Nordseeküste selten wirklich Eiskalte Temperaturen haben, bieten wir in der Regel unseren Hunden auf unseren Ausflügen nach ungefähr 5 bis 7 km etwas Wasser zu trinken an. Aus Faltbaren Wassernäpfen bekommen sie frisches Wasser in Umgebungstemperatur. Meistens trinken die Hunde ungefähr 200 bis 300 ml in dieser Pause. Bei über sieben bis acht Grad Celsius bleiben wir auch schon mal an größeren Pfützen stehen, an denen die Hunde sich schnell durch Trinken des Wassers abkühlen können. Einen “kurzen Boxenstop machen” nennen wir das. Sie dürfen aber nur trinken, wenn wir stehen bleiben. Das heißt also, dass wir entscheiden, wann stehen geblieben wird, und nicht die Huskys. Woran können wir erkennen, ob den Huskys zu warm ist oder nicht. Ganz einfach daran, dass sie versuchen während des laufen schnell ihre Zunge in einer Pfütze zu kühlen und etwas Wasser auf zu nehmen. Wenn wir dies bei den Hunden beobachten, legen wir gerne mal eine spontane Pause an einer großen Pfütze ein und alle können sich dort eben etwas am Wasser bedienen. Ein solcher “kurzer Boxenstop” dauert in der Regel bei uns 10 bis 15 Sekunden. Diese kurze Zeitspanne reicht für die Hunde aus, um etwas Wasser zu sich zu nehmen, sich abzukühlen und zu erfrischen. Aber nicht zu viel Wasser zu sich zu nehmen, um anschließend mit einem Wasserbauch weiterzulaufen. In unserer Gegend liegt nur sehr selten Schnee, aber wenn Schnee liegt, dann kann man auch beobachten, dass sie während des Laufens mit ihrem Fang in den Schnee greifen um sich abzukühlen. 

Mit diesen praktischen faltbaren Wassernäpfen haben wir die besten Erfahrungen gemacht: 


Nach der Ankunft

Nach der Ankunft kühlen die Hunde erst einige Minuten ab, bevor sie so viel Wasser zu Verfügung gestellt bekommen, wie sie wollen. Dieses Abkühlen ist wichtig, weil der Hund sonst in einen Schockzustand geraten kann. Wenn er überhitzt ist und dann kaltes Wasser dazu kommt, dann ist das so ähnlich, als wenn du eine zugefrorene Scheibe an deinem Auto hast und kochendes Wasser darüber gießt. Es zerreißt die Scheibe. Manchmal baden ein paar der Huskys sogar in den großen Behältnissen voller Wasser. Aber die meisten stellen zumindest ihre Füße hinein und planschen.  

Erste Ausflüge als Zughund

Ankunft nach lockeren 3,5 km Bikejöring in etwas über 10 Minuten. Es war am frühen Morgen kühl genug dazu. Magic und Pünktchen sind dabei, Kondition aufzubauen für die kommende Saison. Es war die erste Ausfahrt für Pünktchen überhaupt und die erste Ausfahrt für Magic seit 4 Monaten.

Hier die Daten des Ausfluges.

Anschließend ging es mit den anderen Huskys paarweise auf dieser Distanz weiter. Insgesamt fuhren wir 14 km mit dem Rad in den Morgenstunden.

Erstes Training schon im August

Blitz und Django vor dem Fahrrad

Auf den ersten Blick eigentlich unfassbar: Ziehende Huskys im August in Deutschland. Noch vor zwei Wochen gab es Hitzerekorde, und heute Morgen um 8 Uhr waren es 13 Grad. Und damit Fahrwetter. Wir haben alle Hunde bewegt. Immer einen der Nachwuchshunde mit einem der erfahrenen Altzughunde. Manchen merkte man die lange Zeit des Chillens an: Die kurze Tour von 5 km brachte sie an ihre kondtionellen Grenzen. Morgen früh soll es wieder so kühl sein. Wir freuen uns schon. Unsere Huskys genauso.